KAB Nikolaus Groß Bottrop

Katholische Arbeitnehmer Bewegung

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KAB Leistungen

Beratung und Vertretung im Arbeits- und Sozialrecht.

Das Markenzeichen der KAB:
Wir beraten, begleiten und vertreten KAB-Mitglieder im Arbeits- und Sozialrecht. Dabei geht es vor allem um Fragen aus den Bereichen:

  • Arbeitslosenversicherung,
  • Rentenversicherung,
  • Krankenversicherung,
  • Pflegeversicherung,
  • Unfallversicherung und
  • Schwerbehindertenrecht.

Hier vertritt der
KAB-Rechtsschutz seine Mitglieder in allen Instanzen (im Arbeitsrecht in erster Instanz), und das ohne weitere Kosten, denn dieser Rechtsschutz ist im KAB-Beitrag enthalten!

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Die KAB und der Vonderorter Kirchbau.

Der Bau der Vonderorter Kirche ist untrennbar mit der KAB verbunden. Bereits in der vorberei­tenden Zusammenkunft am 26.01.1951 wurde nach Wegen gesucht, um die kirchlichen Ange­legenheiten Vonderorts bei der bischöflichen Behörde in Münster fördern zu können. Am 21.10.1951 konnte der Kirchbauverein durch die Bestellung von Sammlern wieder aktiviert wer­den. Aber nicht nur in ideeller Hinsicht, sondern mehr noch durch tatkräftige Mitarbeit und durch ihrer Hände Arbeit haben die KAB-Mitglieder wesentlich zum Aufbau der Kirche beigetragen. In jeder Versammlung stand der Kirchbau auf der Tagesordnung. Aber lassen wir andere über das Engagement der KAB reden.

So ist es in der Pfarrchronik verzeichnet:

"Mit vorbildlichem Eifer machte sich ganz Vonderort unter der Führung des katholischen Arbei­tervereins in Vonderort an die vorbereitenden Arbeiten (Abbruch der alten Häuser auf dem Kirchplatz). Der rührige Vorsitzende der KAB, Herr Pütter, besorgte von der GHH vier abzubre­chende Kamine. Sie wurden mit LKW alle zum Kirchplatz nach Vonderort gefahren. Hier wett­eiferten die Kinder, Jugendlichen und Männer der KAB und die Invaliden miteinander beim Put­zen der Steine."

Und die Presse schrieb unter dem Titel "Richtfest der Suitbertkirche Ende April?" u. a.

Kaplan Küper sprach dann über die Entwicklung des Kirchbaues St. Suitbert. In den letzten Wochen sei es gut vorangegangen beim Kirchbau. Das frühlingshafte Wetter begünstige die Bautätigkeit. Man hoffe, dass bis Mitte April die Kirche im Rohbau fertig sei, so dass man gegen Ende April das Richtfest begehen könnte. Es sei zu hoffen, dass die Gutehoffnungshütte mit einer Sachspende zum Kirchbau beitrage, wie ja auch Prosper sich beteiligt habe. Außer den Klinkern sei bis jetzt noch kein Stein gekauft worden für den Kirchbau. Die Steine - etwa 100.000 - seien alle abgepickt worden. Zeitweise habe er sich auch selbst beteiligt. Er forderte die Jugend auf, sich noch mehr als bisher beim Steinepicken zu betätigen. Am 2. Ostertag werde in der Mutterpfarre St. Pankratius für den Vonderorter Kirchbau die Kollekte gehalten. Er sagte allen Mitarbeitern und allen Spendern herzlichen Dank."

Wenn auch die geschichtliche Entwicklung, die endlich zum Kirchbau führte, an anderer Stelle zu würdigen wäre, so sollte doch wegen der engen Verflechtung zwischen KAB und Kirchbau dieser Werdegang anhand nachstehender Abschrift geschildert werden:

"Bei Gelegenheit der General-Pfarrkonkursprüfung im Oktober vorigen Jahres hat Herr Kaplan Küper dem Hochwürdigsten Herrn Bischof von der Absicht gesprochen, in Vonderort, Pfarre Osterfeld St. Pankratius, eine eigene Seelsorgstation einzurichten und ein Notkirchlein zu erbauen. So gut es ging hat er damals Ew. Exzellenz und dem Hochwürdigsten Herrn General­vikar die Sachlage auseinandergesetzt. Zum Schluss der Unterredung bat Ew. Exzellenz darum, alles, was dafür spreche, schriftlich zu formulieren und mit den entsprechenden Plänen und Zeichnungen nach dort zu schicken. Diesem Wunsche komme ich jetzt nach:

Zur Vorgeschichte:

Vonderort ist eine alte Bauernschaft der Jahrhunderte alten Pfarrei St. Pankratius, Osterfeld. Eine eigene Kirche hat sie früher nicht gehabt. Aber sie lag weit ab, nach Bottrop zu. Mit der Industriealisierung dieser Gegend um die Jahrhundertwende verlor Vonderort den ländlichen Charakter und wurde mehr und mehr eine Siedlung der Industriearbeiter. Das Jahr 1929 brachte eine einschneidende Änderung. Ganz Osterfeld wurde von Oberhausen eingemeindet, es kam also zum Rheinland. Die Ära Oberhausen-Osterfeld begann. Bottrop aber hatte seiner­seits auch gehofft, Osterfeld eingemeinden zu können. Als sich diese Hoffnung nicht erfüllte, wollte es wenigstens durch einen Teil der alten Gemeinde Osterfeld entschädigt werden. Von­derort wurde darauf zu Bottrop geschlagen. Diese Entwicklung wäre weiter nicht tragisch gewe­sen, wenn man auch zur gleichen Zeit die Pfarrgrenzen geändert und Vonderort unter Bottrop, St. Cyriakus und Herz-Jesu aufgeteilt hätte. Man ließ aber die alten Pfarrgrenzen bestehen.

Von nun an ging nicht nur die Stadtgrenze Oberhausen - Bottrop, sondern auch die Provinz­grenze Rheinland - Westfalen mitten durch die Pfarrgemeinde St. Pankratius. Auf die Dauer ein unhaltbarer Zustand, zumal, wenn man bedenkt, dass die wirtschaftlichen Bindungen an Bott­rop immer stärker wurden (man denke nur an das Kartensystem des letzten Krieges) und die kirchlichen Bindungen an St. Pankratius sich immer mehr lockerten.

Was bisher geschehen ist:

Schon früh regte sich der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Vonderort. Schon vor dem ersten Weltkriege wurde er laut, als alle Außenbezirke Osterfelds eine eigene Kirche erhielten: Osterfeld-Heide 1910 (St. Josef), Osterfeld-Klosterhardt (1905) und endlich auch nach dem Kriege Osterfeld-Rothebusch (St. Marien, 1921).

Ein Kirchbauverein trat ins Leben und sammelte eifrig. Die 1. Inflation vernichtete alles Er­sparte. Man fing wieder von neuem an: doch der Plan kam nicht zur Ausführung. Erst auf dem Höhepunkt des Krieges (1943/44) wurde ein Wirtshaussaal zu einer Notkirche eingerichtet (mit der Genehmigung des Bischöflichen Generalvikariates). Als im März 1944 der Gottesdienst dort von der Partei verboten wurde, war der Wunsch in den Vonderortern, eine eigene Kirche zu ha­ben, so stark geworden, dass sie immer und immer wieder drängten. Nach Kriegsschluss 1946 begann Kaplan Küper sich nach einer geeigneten Baracke umzusehen, für eine Notkirche. Aber weder hier im armen Vaterland noch in der Schweiz, wohin er seine Fühler ausstreckte, war etwas zu erwerben. Die Reichsmark zog nicht mehr. Jetzt ist es uns gelungen, das wichtige Gelände gegenüber der katholischen Volksschule Vonderort, genannt der "Freitagshof", zu er­werben, und zwar im Austauschweg. Dieser Tausch wurde unterm 29.8.49/G Nr. 3185 von der bischöflichen Behörde genehmigt. Er brachte ein Gelände von über drei Morgen in zentraler Lage von Vonderort gegenüber der Schule in den Besitz der katholischen Kirche. Die auflie­genden Gebäude sind, wie aus beiliegenden Zeichnungen zu ersehen ist, sehr gut für kirchliche Zwecke geeignet. Die frühere Scheune würde sich zu einem Schwesternhaus mit Kindergarten umgestalten lassen; die kleine Brennerei würde das Jugendheim abgeben und das alte Bau­ernhaus nach entsprechenden Umbauten wäre die Notkirche und später eventuell Wohnung des Geistlichen. Der Tennenteil des Bauwerkes müsste dann zu der Notkirche und der Wohn­teil, der ja jetzt noch bewohnt ist, zur Rektorwohnung ausgebaut werden.

Was beantragt wird:

Die kath. Kirchengemeinde St. Pankratius beantragt nun, den Ausbau des ausgebrannten Ten­nenteils des "Freitagshofes" zu einer Notkirche zu gestatten. Vorerst ist nur der Bau einer Not­kirche geplant, nicht etwa der Bau anderer Räume (Kindergarten, Heim, Rektorwohnung). Aus der beiliegenden Zeichnung geht der Plan klar hervor. Der Tennenteil wird um 5 - 6 Meter ver­längert und hochgezogen. Die angegebenen Maße der Zeichnung lassen erkennen, dass da­durch ein Raum entsteht, der den ersten Bedürfnissen der Seelsorge in Vonderort gerecht wird und das so notwendige Gemeindezentrum schafft. Es ist als sicher anzunehmen, dass die Von­derorter das Bauvorhaben nicht nur mit ihrer Sympathie, sondern auch mit stärkster geldlicher Beihilfe unterstützen würden. Die Arbeiten müssen von Vonderort selbst durchgeführt werden; ich sehe da keine großen Schwierigkeiten, da keine komplizierten Bauteile aufgeführt zu wer­den brauchen. Die Notkirche wird eine wirkliche Notkirche sein, denkbar einfach und doch wür­dig. Hinzu kommt, dass ein sehr erfahrener Bauführer der Prosperschächte Bottrop, Mitglied des Bauausschusses der Stadt, in Vonderort wohnt und im Jahre 1949 pensioniert worden ist. Er würde die Ausführung bestens überwachen können, er begleitet das ganze Bauvorhaben mit lebhaftestem Interesse.

Gründe dafür und dagegen:

Gründe, die dagegen sprechen, wären folgende:

Es werden im Augenblick zwar nur 1300 bis 1400 Seelen von der großen St. Pankratiuspfarre abgetrennt. Das ist keine spürbare Entlastung für St. Pankratius. Aber das Hauptziel ist hier bei diesem Projekt nicht so sehr die Entlastung St. Prankratius, sondern die Versorgung eines Au­ßenteils der Gemeinde mit einer Kirche. Dieser Außenteil ist weder Bauernschaft noch Gemein­deteil, sondern durch die Eingemeindung nach Bottrop ein Fremdkörper in der alten Gemeinde. Es wäre zudem eine Vergrößerung des Seelsorgebezirkes Vonderort in Erwägung zu ziehen, durch Angliederung von Teilen der Pfarrei St. Cyriakus und Herz-Jesu Bottrop.

Dann könnte die finanzielle Lage der Muttergemeinde dagegen sprechen. Aber einiges Kapital ist vorhanden und wenn die Vonderorter, die nun seit einem Menschenleben gesammelt haben, sehen, dass wirklich etwas geschieht, werden sie auch für Opfer zu haben und zu bewegen sein.

Ungleich gewichtiger sind aber die Gründe die für einen baldigen Baubeginn sprechen:

1. Die ein Menschenleben andauernden Bemühungen der Vonderorter müssen endlich ein­mal belohnt werden. Die Verärgerung über das ständige Hinauszögern des Kirchbaus ergreift schon jetzt weite Kreise und ist ein Hindernis für die Seelsorge. Was man auch tut, und wie man sich auch müht: es genügt ihnen nicht: „Wo bleibt die Kirche?“ so lautet immer die Frage.

2. Vonderort hat schon seit einem halben Jahrhundert eine eigene Schule (5 Lehrkräfte, etwa 200 Kinder). Wegen der weiten Wege können sie werktags nie eine Schulmesse besuchen. Was das bedeutet für die Kommunionkinder, spüren wir jedes Jahr schmerzli­cher mit dem Herannahen der Erstkommunion. Auch des Sonntags ist die eine Hälfte der Kinder in Osterfeld, die andere Hälfte in Bottrop.

3. Wege von 1/2 bis 3/4 Stunde macht eine Industriebevölkerung nicht mehr um zur Kirche zu kommen. Zudem führt der Weg durch den einsamen Stadtwald von Osterfeld, ein Grund mehr für die Eltern; ihre Kinder zu Hause zu halten, besonders bei abendlichen Veranstaltungen.

4. Vonderort ist ein beliebtes Siedlungsgelände. Im Augenblick sind etwa 14 Neubauten fertig, weitere noch im Bau inbegriffen. Es besteht die Gefahr einer negativen Auslese, dass nur jene sich dort ansiedeln, die um einen weiten Kirchweg nichts geben, weil sie doch nicht hineingehen, dass aber gute Katholiken dort vom Siedeln abgehalten werden. Hierdurch würde sich das Verhältnis Katholiken-Andersgläubige sehr stark verschieben. Noch ist Vonderort zum weit überwiegenden Teil katholisch.

5. Der Bauzustand der Bauwerke auf dem "Freitagshof" ist noch gut. Er wird aber von Jahr zu Jahr schlechter, wenn nicht bald der Umbau begonnen wird:

6. Vonderort, und das ist der Hauptgrund, ist zu einem Fremdkörper in der Gemeinde Oster­feld, St. Pankratius, geworden. Die kirchliche Entwicklung hat mit der politischen nicht Schritt gehalten. Immer mehr zeigt es sich als ein Nachteil, dass die politische Grenze durch die Pfarrei läuft. Die wirtschaftlichen Bindungen sind in den beiden Kriegen so eng geworden, dass dagegen die kirchlichen nicht aufkommen. Im Gegenteil, die Stadt Bottrop übt auch kirchlich ihre Anziehungskraft aus. Mindestens die Hälfte der Vonderorter Bevölkerung besucht Bottroper Kirchen, wird dadurch dem eigenen Pfarrle­ben entfremdet. Die Geistlichen von Osterfeld mögen sich mühen, wie sie wollen, Vonde­rort fühlt sich immer als Stiefkind der Gemeinde; das vernachlässigt wird. Es ist deshalb die Seelsorge in Vonderort nicht nur eine mühevolle, sondern auch eine undankbare Aufgabe.

Aus all diesen Schwierigkeiten gibt es nur einen Ausweg:

“Eine Kirche!“

Und diese Kirche wurde gebaut.
Die Grundsteinlegung war am 30.11.1952, das Richtfest am 29.05.1953; sie wurde nach stiller Weihe in Dienst genommen am 17.01.1954 und konsekriert am 23./24.07.1955.