KAB Nikolaus Groß Bottrop

Katholische Arbeitnehmer Bewegung

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KAB Leistungen

Beratung und Vertretung im Arbeits- und Sozialrecht.

Das Markenzeichen der KAB:
Wir beraten, begleiten und vertreten KAB-Mitglieder im Arbeits- und Sozialrecht. Dabei geht es vor allem um Fragen aus den Bereichen:

  • Arbeitslosenversicherung,
  • Rentenversicherung,
  • Krankenversicherung,
  • Pflegeversicherung,
  • Unfallversicherung und
  • Schwerbehindertenrecht.

Hier vertritt der
KAB-Rechtsschutz seine Mitglieder in allen Instanzen (im Arbeitsrecht in erster Instanz), und das ohne weitere Kosten, denn dieser Rechtsschutz ist im KAB-Beitrag enthalten!

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21. Die ersten "goldenen fünfziger Jahre"
1951-1955


Jahresbericht 1950/1951

"Wenn wir auf das verflossene Geschäftsjahr zurückblicken, dann können wir feststellen, daß in aller Stille fleißig im Geiste Kettelers gearbeitet worden ist. Es soll uns aber nicht vor der Erkenntnis verschließen, daß noch eine gewaltige Arbeit vor uns liegt, wenn wir unser gestecktes Ziel erreichen wollen, nämlich die Durchdringung des christlich sozialen Empfindens in der Of- fentlichkeit. Im verflossenen Jahr fanden 6 Monats- und 9 Vorstands- und Vertrauensleuteversammlungen statt. Im Rahmen der am 11.6.50 stattgefundenen Monatsversammlung wurde auf allgemeinen Wunsch noch einmal der Film: "Das Leichentuch unseres Herrn von Turin" gezeigt. Wie stark das Interesse für diese Vorführung war, ergeht daraus, daß auch viele Frauen unserer Mitglieder daran teilnahmen.
An der Verbandstagung in Gelsenkirchen, am 16.7.50, nahm eine Reihe von Mitgliedern unseres Vereins teil. Den Teilnehmern wird diese Kundgebung (ca. 40 000 Teilnehmer) unvergessen bleiben. Herausragend war die Verkündung des Gelsenkirchener Programms. Am 13.8.50 sprach im Saale Trogemann vor unseren Mitgliedern und Frauen Hochw. Herr Pater Koczwara über die Verhältnisse in Brasilien. Pater Koczwara, ein Sohn unserer Pfarrgemeinde, konnte nach 22jährigem Aufenthalt in Brasilien, seine Primiz feiern. An der Primizfeier nahm auch unsere Fahnenabordnung teil.
Im Gartenlokal Birkenfeld feierten wir am 3.9.50 unser Sommerfest mit Kinderbelustigung. Leider tat der Regen zum Schluß der Feier der fröhlichen Stimmung einigen Abbruch.
Zu dem 40jährigen Bestehen unseres Vereins am 10.9.50 fanden sich fast alle Mitglieder morgens am Tische des Herrn ein. Es war ein erhebender Anblick. Nach dem Gottesdienst war Kaffeetrinken für die Jubilare im Saale Wessels. Zu dieser Morgenfeier sprachen unser Präses und Bezirkssekretär Köhler herzliche Dankesworte für die Treue der Jubilare. Nachmittags fanden sich alle Mitglieder mit ihren Frauen bei Wessels ein. Diözesanpräses Wöste hielt die Festrede. Es war ein Erlebnis den Diözesanpräses zu hören. Die Ehrung von 8 Gold- und 137 Silberjubilaren nahm unser Präses vor. Persönlich steckte er den Jubilaren die Gold- bzw. Silbernadel an.
Am 15.10.50 fand ein Einkehrtag für unsere Invaliden bei Wessels statt. Die Leitung hatte Pater Kessing. Es nahmen 35 Invaliden an diesem Einkehrtag teil. Die Monatsversammlung am 3.11.50 im Saale Wessels war mit einem Familienabend verbunden. Leider konnte der für diesen Abend vorgesehene Redner, Busch aus Oberhausen, nicht erscheinen. Unsere Theater-Abteilung bot für diesen Familenabend ein schönes Programm in Vortrag, Gesang und Tanz.
Eine eindrucksvolle Barbara-Feier fand am 4.12.50 im Saale Wessels statt. Bezirkspräses Prälat Mertens stellte hierbei die tiefe Frömmigkeit und die starke Glaubenstreue des Bergmanns heraus, die sinnvoll in der Barbara-Feier zum Ausdruck kommt.
Bei dieser Gelegenheit wurden 26 neue Mitglieder feierlich durch unseren Präses aufgenommen. Nach der feierlichen Aufnahme sprach unser Freund Stolle über die Kohlenknappheit, deren Ursache und Auswirkung.

Der Pfarrweihnachtsabend fand am 6.1.51 im Kolpinghaus statt. Unsere Theaterabteilung führte hierbei das Stück "Das Jesuskind von Flandern" von Felix Timmermanns auf. Für unsere Kinder fand diese Feier nachmittags statt.
Da der Saal des Kolpinghauses in der Fastnachtszeit besetzt war, mußten wir unser Kappenfest am 28. Januar 51 in den Räumen der Wirtschaft Heine, Prosperstr., feiern. Auch dieses Fest hat allgemeine Zustimmung gefunden.
Während des Winterhalbjahres besuchten eine Reihe von Mitgliedern zur Hebung des Allgemeinwissens die Vortrags- und Ausspracheabende im Cyriakushaus. Es ist wirklich schade, daß so wenige davon Gebrauch gemacht haben. Einige Mitglieder nahmen im Laufe des verflossenen Jahres an den Exerzitien in Borbeck und Haltern teil. Die Fastenpredigten wurden von unseren Mitgliedern rege besucht. Im Monat Februar erfolgte die Aufstellung einer Werkmannschaft unter Leitung von Wilhelm von Darl.


Jahresbericht 1951/1952.

Die letzte Jahreshauptversammlung war am 8. April 1951.
Am Anfang des Geschäftsjahres stand die Diözesantagung in Haltern mit anschließender Einweihung der neuen Arbeiter-Bildungsstätte, des Gottfried-Könzgen-Heimes auf dem Annaberg. Diese Tagung vermittelte eine Fülle geistiger Werte zur Förderung unserer Bewegung und fand ihren Höhepunkt in der Ansprache des hochw. Herrn Bischofs von Münster. Wir sehen hier eine neue Epoche in der Entwicklung der KAB.
Kurz darauf, am 3. Mai, war der Delegiertentag des Frühjahres in Horst. Am 11. Mai startete aus Anlaß des 60jährigen bzw. 20jährigen Bestehens der Päpstlichen Rundschreiben, Rerum novarum und Quadragesimo anno, eine Wallfahrt nach Rom. Von unserem Verein nahmen Vorsitzender Holtbernd und Jungwerkmann Bartzek daran teil. Die Abordnungen katholischer Arbeiter aus der ganzen Welt versammelten sich an den Pfingsttagen 1951 um den Statthalter Christi und hörten aus seinem Munde (jeder in seiner Sprache) die Botschaft von der Sendung des katholischen Arbeiters. Dem Heiligen Vater ist es Herzensbedürfnis, Mitarbeit an der Lösung der sozialen Frage zu leisten. In einer Monatsversammlung wurde von diesem unvergeßlichen Erlebnis berichtet.
Am 24. Juni machten Vorstand und Vertrauensleute mit Frauen einen Ausflug nach Haltern, zum Annaberg und zum Gottfried-KönzgenHeim. Ende Juli hatten wir in den Anlagen von St. Ludgeri ein Sommerfest, das hauptsächlich für die Kinder gedacht war. Dann folgte am 30. September ein Erntedankfest im Kolpinghaus.
Eine Abordnung unseres Vereins nahm am 25. Oktober an der Eröffnung des sozialen Seminars (Franz-Hitze-Haus) in Gladbeck teil.
Die Anwesenheit des hochw. Herrn Bischofs Michael zeugt von dem großen Interesse, das er der Bildungsarbeit entgegenbringt. Drei Mitglieder unseres Vereins nehmen bereits an dieser Schulung, welche 6 Semester umfaßt, teil.
Der Herbstdelegiertentag war am 4. November in Bottrop St. Michael im Saale Heine. Pater Emil Schmitz war der Hauptreferent dieser Tagung. Am Schluß der Tagung führte die Gladbecker Spielschar, unter Leitung von Petrenz, das Mysterienspiel: "Ihr werdet sein wie Gott" auf.
Am Buß- und Bettag nahmen unser und der Verein von St. Cyriakus mit Banner am feierlichem Requiem für die Gefallenen des Krieges und der Arbeit teil. Am Abend versammelten sich unsere Mitglieder, sowie Männer und Jungmänner der Pfarre, zur Gewinnung des Jubiläumsablasses zum Heiligen Jahr. Etwa 400 Teilnehmer zogen in Prozessionsordnung singend und betend von unserer Kirche über St. Cyriakus, St. Michael wieder nach Herz-Jesu.
Der 2. Dezember führte einen Teil unserer Mitglieder zu einem Einkehrtag mit Pater Schmitz nach Fuhlenbrock St. Ludgeri. Am selben Tag war in Gladbeck eine Tagung der Vorsitzenden und Werkmannschaftssprecher sowie die Einweihung der neuen Barbara-Statue in Bottrop-Liebfrauen. Neue Richtlinien, neues Temperament den Leitern der Vereine mit auf den Weg geben, war der Zweck der Gladbecker Tagung. Die Beschaffung der Barbara-Statue, Einweihung und Feierstunde, kann man als Glanzleistung des Eigener Vereins bezeichnen.
Am Hl. Dreikönigstag fand im Kolpinghaus eine Pfarrweihnachtsfeier statt, bei der unsere Theaterabteilung und der Kirchenchor mitwirkten. Neben unseren Monatsversammlungen hatten wir gemeinsam mit dem Bruderverein St. Cyriakus wöchentliche Schulungs- und Ausspracheabende. Ein Herbst- und Winterprogramm wurde aufgestellt. Namhafte Referenten stellten sich zur Verfügung. Ihnen und insbesondere unserem rührigen Präses Dr. Kerstiens müssen wir dafür besonders danken.
Unser Sorgenkind ist noch immer die Werkmannschaft. Wohl haben wir einige Unentwegte, die ihre Aufgabe erkannt haben und keine Mühe scheuen. Doch brauchen wir mehr Aktionisten, hauptsächlich unter den jüngeren Mitgliedern.
Die Schulungskurse und Heimwochen in Haltern wurden planmäßig beschickt. An Exerzitien nahmen 5 Mitglieder teil. 10 Ferienkinder aus Braunschweig sind vom Verein untergebracht und betreut worden. Jungwerkmann Rudi Hake nahm mit dem Bergarbeiterheim Ebel die Verbindung auf und versorgt die Leute mit gutem Schrifttum. Durch seine Vermittlung waren mehrere Heimbewohner an den Weihnachtstagen in unseren Familien zu Gast.
Goldene Hochzeit feierte das Mitglied Wilh. Overbuschmann, silberne Hochzeit feierte das Mitglied Jos. Merkel. Gestorben sind die Mitglieder: Franz Scheiermann, Moll, Berkenbusch, Gorzny, Frau Kl. Vogelpoth und Frau Overbuschmann. 

Niederschrift über die Jahreshauptversammlung
am 27. Januar 1952.


Zu der am 27.1.52 stattgefundenen Jahreshauptversammlung im Saale Wessels hatten sich viele Mitglieder mit ihren Frauen eingefunden. Pünktlich um 15.00 Uhr eröffnete der Vorsitzende Holtbernd die Versammlung. Er fand herzliche Begrüßungsworte für die Erschienenen, besonders für den Ehrenpräses Herrn Pfarrer Telohe, den Referenten dieses Tages, Herrn Bürgermeister Budke MdL, und den Vertreter der Presse, Herrn Worpenberg. Nachdem gemeinsam das Kettelerlied gesungen worden war, hörte die Versammlung einen Vorspruch von Werkjungmann Rudi Hake.
Dann gab Vorsitzender Holtbernd einen Rückblick über die geleistete Arbeit im verflossenen Geschäftsjahr. Das ganze Geschehen innerhalb des Vereins und der KAB zog nochmals geistig an den Augen der Versammlung vorbei. Man hörte vom Ringen über die Gestaltung des Wirtschaftslebens. Große Gegner hierbei sind der Unglaube und der Marxismus. Der größte Gegner sei aber die Lauheit der Christen. Mit dem großen Vorbild Kettelers, der Hilfe unserer Kirche und dem rührigen Präses, den wir haben, gedenken wir uns über alle Schwierigkeiten hinwegzusetzen. Der KAB-Mann muß Vorbild in Familie und Öffentlichkeit werden.
Am Schluß seiner Ausführungen wurde der Toten unseres Vereins durch Erheben von den Plätzen besonders gedacht.
Anschließend gab dann Kassenführer Lassak den Kassenbericht. Der Kassenbericht gab allen die Überzeugung eines gesunden Vereinslebens. Die Kassenprüfer Scziegel und Wuff bescheinigten dem Kassenführer eine mustergültige Kassenführung. Im Kassenbericht spiegelte sich auch die Bewegung unseres Vereins wieder. Am 1.4.1951 hatten wir 353 Mitglieder. Bis zum 27. Januar 1952 hatten wir einen Zugang von 33 neuen Mitgliedern und einen Abgang von 15 Mitgliedern zu verzeichnen. Der Abgang setzte sich aus 2 verzogenen, 9 ausgetretenen und 4 Verstorbenen Mitgliedern zusammen. So haben wir am 27.1.52 einen Bestand von 371 Mitgliedern. Nach dem Kassenbericht ergriff der Werkmannschaftsführer Willi von Darl das Wort und schilderte in kurzen Umrissen die Arbeit im Seminar in Gladbeck. Zum Schluß klagte auch er über die geringe Beteiligung an den Schulungsabenden im Cyriakushaus.
Dem Vorstand und dem Kassenführer wurde anschließend Entlastung erteilt. Man schritt dann zur Neuwahl des Vorstandes. Da die Versammlung einstimmig die Arbeit des Vorstandes als gut bezeichnete, blieb der Vorstand in alter Besetzung für das kommende Jahr. Nur der Schriftführer stellte wegen Überlastung seinen Posten zur Verfügung.
Pfarrer Telohe sprach dann herzliche Worte zur Versammlung. Herr Bürgermeister Budke ergriff dann das Wort zu dem Thema: Verantwortung des Christenmenschen. Seit 150 Jahren macht sich die Arbeiterschaft bereit, an der Verantwortung teilzunehmen. Der Christ ist immer berufen, Entscheidungen zu treffen. Ein Christ muß auf alle sozialen Fragen Antwort geben können. Der Redner forderte die Erneuerung des Gesellschaftslebens, da das jetzige schlecht sei. Es fehle die seelische Entrüstung über sittliche Verfehlungen. Man solle mehr acht auf den Ruf: "Wo ist dein Bruder Abel" geben. Die wirtschaftlichen Machtgüter müssen im christlichen Sinne geordnet werden. Bei allem müsse das Gesetz der Liebe herrschen. Der Vorsitzende dankte dem Redner für seine vortrefflichen Ausführungen.
In der anschließenden Diskussion wurde dann das kritische Problem des Wehrbeitrages angeschnitten. Auch hier gab Herr Bürgermeister Budke klare Antworten. Das Schlußwort sprach dann unser Präses. Er geißelte in scharfen Worten die Lauheit. Ein besserer Besuch der Schulungsabende müsse erstrebt werden. Jeder müsse versuchen Arbeiterführer zu werden. Sein Dank galt allen, die mitgeholfen hatten, das Vereinsleben zu gestalten. Mit dem Lied: "Wenn wir schreiten ..." schloß die Jahreshauptversammlung.
Auch im Jahre 1952 hatte die KAB der Herz-Jesu-Gemeinde zahlreiche Aktivitäten aufzuweisen. Feste geistlicher und weltlicher Art wechselten mit Tagungen und Vortragsabenden. Besonders erwähnt werden müssen: das Kinderfest am 8. Juni 1952 in den Anlagen der Wirtschaft Allkemper an der Autobahn und die Festwoche vom 19. bis zum 27. Oktober 1952 aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens der Herz-Jesu-Gemeinde. Markante Punkte dieser Festwoche waren am Samstag, dem 25. Oktober 1952, der erste Spatenstich durch Bischof Franz Hoowaarts S.V.D. für die St. Barbara-Kirche an der Unterbergstraße und das Richtfest der Siedlungshäuser der KAB, ebenfalls an der Unterbergstraße. Maßgeblichen Anteil an den Vorbereitungen zur Errichtung dieser Häuser hatte der Präses des Vereins, Kaplan Dr. Walter Kerstiens.


Niederschrift über die Jahreshauptversammlung
am 18. Januar 1953

"Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete der Vorsitzende H. Holtbernd am 18.1.53 die Jahreshauptversammlung im Saale Wessels. Er fand herzliche Worte für die zahlreich Erschienenen. Besonders begrüßte er die Referenten, den hochw. Pater Schmitz und den Bezirkssprecher der Werkschar Kuballa. Nach dem Lied: "Lobet den Herren..." ergriff der Werk-Schar-Sprecher Kuballa das Wort. In kurzen klaren Zügen sprach er über das Wollen und Ziel der Werk-Schar. Nicht Masse, sondern Heranbildung von Persönlichkeiten, die in der Öffentlichkeit die Belange des christlichen Arbeiters vertreten, sei erforderlich.
Anschließend verlas der Schriftführer Thiemann den Jahresbericht von 1951 und das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung. Hochw. Pater Schmitz ergriff dann das Wort und erklärte den Aufsatz der Ketteler-Wacht vom 15.12.52 über die Bildung des persönlichen Besitztums. Die Versammlung folgte gespannt den Ausführungen des Paters. Dann gab der Kassierer Lassak den Kassenbericht. Daraus war zu ersehen, daß der Verein im verflossenen Jahr gut gearbeitet hatte, konnte derselbe doch den Kassenbestand erhöhen. 

In kurzen Umrissen schilderte der Vorsitzende Holtbernd die geleistete Arbeit des Vorstandes im Jahre 1952. Die Versammlung bekundete hierüber ihre Zufriedenheit und nachdem die Kassenprüfer Bericht erstattet hatten, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Der Vorsitzende Holtbernd legte dann aus anerkannten Gründen den Vorsitz nieder, betonte jedoch, auch weiterhin dem Verein mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das Ausscheiden Holtbernds wurde von der Versammlung allgemein bedauert.
Man schritt dann zur Neuwahl des Vorsitzenden. Vorgeschlagen wurden: Klossok, von Darl, Heinrichsbauer, Wuff, Rentmeister und Thiemann. Gewählt wurde mit einer Stimme Mehrheit Thiemann. Die weiteren Wahlen ergaben: stellvertr. Vorsitzender Wener, Kassierer Jakob Lassak, Schriftführer Wilh. Lassak. Als Beisitzer wurden gewählt: Klossok, von Darl und Kozlik.
Thiemann dankte für das ihm geschenkte Vertrauen und fand herzl. Dankesworte für die hervorragend geleistete Arbeit des scheidenden Vorsitzenden Hermann Holtbernd. Unser Präses dankte allen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch in Zukunft ersprießliche Arbeit für den Verein, im Sinne des großen Arbeiterbischofs von Ketteler, geleistet wird. Es ging dann in die Diskussion über den gehaltenen Vortrag vom hochw. Pater Schmitz. Derselbe stand jedem Rede und Antwort. Man kam überein, hierüber einen besonderen Abend anzusetzen. Da die Zeit zu weit vorgeschritten war, schloß der Vorsitzende mit dem Liede: "Wir sind die Werkleute Gottes..." die Versammlung, nachdem er noch auf die nächste Veranstaltung am 8.2.53, Kappenfest bei Wessels, hingewiesen hatte. Nach der Ansprache unseres Präses wurde stehend der Toten unseres Vereins im letzten Jahr im Gebete gedacht. Möge Gott uns die Kraft und den Segen geben, für weiteres Arbeiten im Verein.
"Gott segne die christliche Arbeit!"
Der Jahreshauptversammlung fogte als nächste Veranstaltung der KAB am 13. Februar 1953 ein karnevalistischer Abend. Die Werkmannschaft hatte die Leitung des Abend übernommen, der als ein großartiger Erfolg zu bezeichnen war. Von den Vortragsveranstaltungen ist das Referat über "Die Ordnung im katholischen Leben" von Arbeitsdirektor Georg Budke besonders beachtet worden. Zahlreiche Mitglieder des Vereins nahmen an der Grundsteinlegung für die St. Barbara-Kirche am 11. Oktober 1953 teil.

1954

Am 7. Februar 1954 fand bei Wessels die nächste Jahreshauptversammlung statt. Der 1. Vorsitzende, Fritz Thiemann, bat nach der Begrüßung und dem Jahresbericht die erschienenen Mitglieder, ihn nicht wiederzuwählen, weil er wegen anderer dringenden Arbeiten nicht genügend Zeit für die Verwaltung dieses Amtes erübrigen könne. Nachdem er den Kollegen Bruno Zibell gebeten hatte, den weiteren Vorsitz zu übernehmen, trug Kassierer Jakob Lassak seinen Kassenbericht vor. Er gab bekannt, daß sich der Kassenbestand im Verhältnis zum Vorjahr um 400 DM auf 1 200 DM erhöht habe, der Verein zähle 412 Mitglieder.
Bei den Vorstandswahlten wurden gewählt: Bruno Zibell zum 1. Vorsitzenden, August Wener zum 2. Vorsitzenden, Jokob Lassak zum Kassierer, Karl Wuff zum stellvertretenden Kassierer. Als Beisitzer gewählt wurden: Klossok, Sobik und der frühere Führer der Werkmannschaft, von Darl. Als Schriftführer wurde Willi Lassak wiedergewählt. Ferner gehörte auch der Leiter der Theaterabteilung, Niewerth zum Vorstand.
Nach dem Vortrag von Pater Martin "Die Arbeiterpriester in Frankreich" berichtete der Präses, Kaplan Dr. Walter Kerstiens, über das Werden des neuen Jugendheims und dankte dem scheidenden 1. Vorsitzenden Fritz Thiemann. Danach ehrte er die Silberjubilare und nahm das Treuegelöbnis der neuaufgenommenen Mitglieder entgegen.
In der außerordentlichen Generalversammlung am 7. November 1954 im Westfälischen Hof wurden die neuen Satzungen der KAB angenommen und der neue Präses, Kaplan Felix Nienhaus, durch den Vorstand in sein Amt eingeführt. Der neue Präses berichtete, daß er schon im Alter von 12 Jahren anstelle seines Vaters, der zu Hause am Webstuhl bleiben mußte, für den Arbeiterverein "als Vertrauensmann" von Haus zu Haus gegangen sei.
Für das Vereinsjahr 1954/1955 liegen keine Protokolle der Monatsversammlungen vor.


1955


In der Jahreshauptversammlung am 6. Februar 1955 im Westfälischen Hof teilte der Kassierer Jabok Lassak mit, daß 414 Männer dem Verein angehören. Darüber hinaus bestehe seit Juli 1954 auch eine Frauengruppe.
Gewählt und wiedergewählt in den Vorstand wurden: 1. Vorsitzender Bruno Zibell, 2. Vorsitzender August Wener, 1. Schriftführer Willi Lassak, 1. Kassierer Jakob Lassak, Beisitzer wurden: Jochen Klossok und Ewald Sobik. Als Mitglieder der Fahnenabordnung wurden gewählt: Kerkhoff, Weiner und Pischny. Die Wahl zu Delegierten fiel auf: H. Düngelhoff, J. Klossok, J. Rentmeister, H. Cuber, W. Sobek, 0. Mrosek, W. von Darl, H. Martin und Th. Mönkediek.

Den Vergnügungsausschuß bildeten: Niewerth, Uhlenbrock, Lassak, Weiner und Mönkediek
Der 1. Vorsitzende Bruno Zibell gedachte der Verstorbenen des Vereins. In seinem Schlußwort forderte der Präses, Kaplan Felix Nienhaus, alle Mitglieder eindringlich auf, fest zu Christus und zu seiner Lehre sowie auch zur KAB zu stehen.
Das Kappenfest am Sonntag, dem 20. Februar 1955 war im wahrsten Sinne des Wortes ein "voller" Erfolg. Kurz nach Kassenöffnung waren alle Räume im Westfälischen Hof überfüllt. Der Jubel der über 300 Festteilnehmer erreichte seinen Höhepunkt, als der Präses, Kaplan Felix Nienhaus, in die Bütt stieg und dort etliche nette Erlebnisse zum Besten gab.
Die Monatsversammlung am Sonntag, dem 6. März 1955, fand im neueingerichteten Raum der KAB im Westfälischen Hof statt. Die Mitglieder berieten über die Vorbereitung des Einkehrtags am Karfreitag, über die Sommerfahrt ins Münsterland und hörten ein Referat des Werkmannssprechers Willi von Darl über das Thema: "Ist die Erde groß genug, um alle Menschen zu ernähren?"

Von der Monatsversammlung am Sonntag, dem 24. April 1955 erschien ein Zeitungsbericht in den Ruhrnachrichten:


C h r i s t l i c h e
B e t r i e b s g r u p p e n  w i c h t i g


Hans Düngelhoff sprach zur KAB Herz Jesu

"Die Monatsversammlung der KAB Herz Jesu am Sonntagmorgen im Westfälischen Hof hatte einen sehr guten Besuch. Nachdem 1. Vorsitzender Bruno Zibell die Mitglieder, vor allem aber Präses Kaplan Nienhaus, begrüßt hatte, hielt der 2. Vorsitzende des Stadtverbandes der KAB, Hans Düngelhoff, ein interessantes Referat. Zunächst berichtete er über den Verlauf der Frühjahrsdelegiertentagung am 27. März in Horst-Süd. Er stellte dabei fest, daß die KAB im Bezirk eine straffere und erfolgreichere Werbung von Neumitgliedern durchführen müsse. Er hob hervor, daß der Bezirk Buer - Gladbeck-Bottrop in der Bildungsarbeit die erste Stelle in der Diözese Münster innehabe. Hans Düngelhoff berichtete dann über die Mitgliederbewegung, das Vereinsleben, das religiöse Leben, über die Arbeit des Bezirksverbandes und Arbeitersekretariats sowie über die Leistungen des Sozialwerkes, die er mit Zahlen bekräftigte. Darauf ging H. Düngelhoff auf die Arbeit der christlichen Betriebsgruppen ein. Er sagte, die Betriebsgruppenarbeit müsse in ständigem Fluß bleiben, sie dürfe nicht nur vor besonderen Ereignissen in Aktion treten. Gegenwärtig werde auf diesem Gebiete in Bottrop eine besondere Aktivierung vorgenommen. Sodann zog H. Düngelhoff eine Bilanz über die Rhein-Ruhr-Aktion. Er sagte, diese Aktion sei ein voller Erfolg gewesen. Nicht nur 568 Stimmen seien für die christlichen Arbeitnehmer abgegeben worden, das sei nur auf der Zeche Minister Stein der Fall gewesen. Insgesamt hätten die christlich-sozialen Kandidaten 30 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigt.
Nach den Wahlen in der IG Metall werde die Aktion aber wieder abgeblasen, da sie ja ihren Zweck voll und ganz erfüllt habe, denn sowohl die Sozialisten als auch die Kommunisten hätten Einbußen erlitten. Die rege Diskussion, die sich anschloß, befaßte sich noch einmal mit diesen Fragen und anderen aktuellen Problemen der KAB. Abschließend gab Vorsitzender Zibell bekannt, daß am 8. Mai eine Maifeier im Westfälischen Hof gehalten wird. Er wies auch auf das internationale Treffen der KAB - das erste seit 1929 - am 14. und 15. Mai in Köln hin."
Während die Maifeier am Sonntag, dem 8. Mai 1955, wegen des Muttertages ein totaler Fehlschlag war und in den Monatsversammlungen am 12. Juni und am 6. Juli vorwiegend organisatorische Fragen behandelt wurden, hinterließ die Fahrt nach Gerleve am 21. August 1955 bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Schriftführer Willi Lassak vermerkte im Protokollbuch:
"Um 7.30 Uhr trafen sich die Teilnehmer, 99 Mitglieder mit Frauen, zu unserem Ausflug. Mit viel Freude und gutem Humor begonnen, versprach die Fahrt. eine Entspannung von den Alltagssorgen zu bringen. In der Tat wurde dies Versprechen vom ersten bis zum letzten Augenblick der Fahrt gehalten.
Fahrtverlauf: Abfahrt 7.30 Uhr an der Herz-Jesu-Kirche Bottrop, in Gerleve um 10 Uhr Hochamt, anschließend Besichtigung der Klosteranlagen und Mittagessen. Weiterfahrt nach Billerbeck, Besichtigung des Domes. In Eggerode Besuch der Madonna in der Gnadenkapelle und Teilnahme an einer feierlichen Andacht zu Ehren der Mutter Gottes. Auf dem Annaberg bei Haltern Besichtigung unseres Heimes, insbesondere der Lehrküche. Anschließend freier, vergnüglicher Spaziergang. Um 21.00 Uhr Abfahrt von Haltern, über Dorsten und Kirchhellen nach Bottrop."
In der Monatsversammlung am 2. Oktober 1955 wurde beschlossen, am 9. Oktober einen Tanz- und Unterhaltungsabend für alle Mitglieder zu veranstalten. Der Reinertrag soll für die Glocken gespendet werden.
Am Sonntag, dem 11. Dezember 1955, hielt Studienrat Ferdinand Pieper einen Vortrag über "Die Grundsätze der Christlichen Soziallehre". Ausgehend von einer Darstellung der überstürzten Industrialisierung des Ruhrgebiets zeigte er die Forderungen des Papstes Leo XIII. auf, der mit seinem Rundschreiben "Rerum novarum" die Grundlagen einer katholischen Wirtschaftsordnung gelegt habe.

Nächster Termin

Sonntag, 21. Januar 2018

11.00 Uhr

Jahreshauptversammlung

Veranstaltungsort:
Gemeindesaal St.Elisabeth

KAB Stadtverband Bottrop

Der Stadtverband hat sich neu aufgestellt!

Als Vorsitzender ist

Günter Hoffjan

gewählt worden.

Stellvertreterin und Mitglied im Diözesanauschuß ist

Nicole Hahn.

Wir wünschen beiden gutes Gelingen in Ihrer Arbeit für die KAB Bottrop.